Bachelor Musiktherapie

Musiktherapie ist als Profession im Gesundheitswesen, in der Pädagogik, Heilpädagogik, Sozial- und Kulturarbeit zu finden. Der Studiengang Musiktherapie vermittelt den gezielten Einsatz von Musik und musikalischer Interaktion in unterschiedlichen therapeutischen Settings.

KEY INFORMATION

Studienbeginn:
geplant ab 01. Oktober 2021

Studienmodell/-dauer:
Vollzeit/6 Semester

Studiengebühren:
550 €/Monat + 100 € Einschreibegebühr

Abschluss:
Bachelor of Arts (B.A.)

OVERVIEW

Musiktherapie dient der Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung psychischer, psychosozialer und körperlicher Gesundheit. Durch die therapeutische Handhabe des Mediums Musik werden für die Patient*innen tiefe Ebenen des menschlichen Erlebens mit berührt, die noch im präverbalen, frühkindlichen Erfahrungsfeld liegen. So werden Themen behandelbar, die im Rahmen nur sprachlicher therapeutischer Interaktion oft nicht erreicht werden können. Je nach dem musiktherapeutischen Schwerpunkt ist die Therapie z.B. durch die gezielte Handhabe musikalischer Wirkungen geprägt oder durch die Wahrnehmung, Führung und Reflexion von Beziehung und Begegnung im musiktherapeutischen Prozess, durch strukturiert gestaltete musikalische Übungsprozesse oder durch freie musikalische Improvisation. Musiktherapie ist geeignet, den Selbstausdruck, die Selbstwirksamkeit und das Selbstwerterleben zu stärken oder auch schmerzende und belastende biografische Erfahrung hörbar und damit verstehbar und bearbeitbar zu machen.

Musiktherapie bezieht sich in ihren Schwerpunkten auf unterschiedliche therapeutische Konzepte, gründend auf kunstbasierte, philosophische, musikmedizinische, entwicklungspsychologische, anthropo­so­phische, musikalisch-phänomenologische, humanistische, systemische und psychodynamische Ansätze. Sie nutzt gezielt und situativ Musikinstrumente unterschiedlicher Stile und Kulturen, Stimme und freie Klänge, ergänzt durch ein differenziertes, spezifisch musiktherapeutisches Instrumentarium, welches sich in Zusammenarbeit von Instrumentenbauer*innen und Therapeut*innen ständig weiterentwickelt. Gemeinsam ist allen Methoden, dass ausgehend von einer umfassenden und situationsgerechten Diagnostik musikalische Aktion und Interaktion gezielt und mit spezifischer therapeutischer Absicht reflektiert eingesetzt werden.

Ziel des Studiums ist es, Musiktherapeut*innen mit künstlerischer, fachlicher und wissenschaftlicher Kompetenz auszubilden, die fähig sind, sich selbständig in die verschiedensten musiktherapeutischen Arbeitsfelder einzuarbeiten und verantwortungs­bewusst sowie reflektiert therapeutisch handeln können.

Der Studiengang ist staatlich anerkannt und befindet sich im Verfahren der Programmakkreditierung.

STUDY PLAN

PERSPECTIVES

Die Künstlerischen Therapien sind heute zu einem wesentlichen und festen Bestandteil der heilpädagogischen und sozialtherapeutischen Angebotslandschaft als auch medizinischer und therapeutischer klinischer Behandlungskonzepte geworden. Im heilpädagogischen und sozialtherapeutischen Feld arbeiten Künstlerische Therapeut*innen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, heilpädagogischen und integrativen Kindergärten, Schulen und stationären Einrichtungen, der Flüchtlingshilfe, Altersheimen und Seniorenresidenzen, Hospizen, Rehabilitationszentren und Selbsthilfeprojekten (z.B. Frauenhäuser, AIDS-Hilfe und Nachsorge-Projekte).

Auch in Krankenhäusern und Kliniken sind die Künstlerische Therapien inzwischen gut in interdisziplinäre Konzepte der jeweiligen Fachabteilungen integriert. Zur Indikationsstellung führen hier z.B. onkologische oder multimorbide Erkrankungen, Behinderungen, schwere sekundäre psychische Belastungen und Risikofaktoren durch psychosoziale Belastungen. Dabei nehmen zunehmend mehr Kliniken das gesamte Spektrum der an der MSH angesiedelten künstlerisch-therapeutischen Schwerpunkte in ihr Behandlungsangebot auf und präferieren in ihren Qualitätsansprüchen die akademisch ausgebildeten Therapeut*innen. Zu den aktuellen klinischen Praxisfeldern der Künstlerischen Therapien gehören vor allem die Psychosomatik, Psychiatrie, Geriatrie, Pädiatrie, Prävention und Rehabilitation.

ADMISSION

  • Allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife gemäß § 37 HmbHG oder
  • Hochschulzugang für Berufstätige gemäß § 38 HmbHG über Eingangsprüfung (entsprechend der Eingangsprüfungsordnung)
  • Idealerweise ein vierwöchiges Vorpraktikum in einer durch die MSH anerkannten Einrichtung des Sozial- und Gesundheitswesens
  • Feststellung der künstlerischen Eignung in einem individuellen Aufnahmeverfahren, das sowohl einen künstlerisch-praktischen Teil als auch einen Gesprächsteil umfasst.